Þingvellir

Þingvellir (oder Thingvellir) erreiche ich über die Road 36, die ich bereits für den Hinweg benutzt habe. Wie gesagt, aus taktischen Gründen hatte ich Þingvellir erstmal links liegen lassen, um frühzeitig am Strokkur sein zu können. An der Nordschleife der 36 gibt es einen kleinen Parkplatz, von dem man sich einen ersten Überblick auf den mächtigen Þingvallavatn verschaffen kann. Mit 84 km² Fläche ist er der größte See Islands.

Je nach dem, welche Punkte man am Þingvallavatn oder in Þingvellir ansteuern möchte (Öxarárfoss,Þingvallakirkja, Silfra-Tauchen), wählt man nun seine eigene Route. Es gibt mehrere Parkmöglichkeiten; ich wähle die am Besucherzentrum. Bereits vom Parkplatz aus ist die mächtige Aussichtsplattform zu erkennen, die auch ich für meinen Überblick auf das weitläufige Gelände nutze.

Bereits vor uns liegen Spalten und Risse und lassen die gewaltige Kraft erahnen, die an dieser Grabenbruchstelle herrschen. Die Insel reißt an dieser Nahtstelle des Mittelatlantischen Rückens auseinander. Die eurasische und die nordamerikanische Platte driften in dieser ca. 7 km breiten Grabenbruchzone stetig auseinander. Hier ist Bewegung drin. In eine dieser Spalten steige ich nun gefahrlos über Rampen und Stege hinab.

Ein Weg führt durch den Grabenbruch. Die tiefstehende Sonne wirft lange Schatten; die Felswände sehen dadurch ziemlich bedrohlich aus, hier am Gesetzesberg "Lögberg".

Ich überschreite den Öxarár-Fluss. Der Öxarárfoss-Wasserfall kann somit nicht weit weg sein.

Am Öxarárfoss, der sich hinter einer Felswand versteckt und über leichte Anstiege erreichbar ist, hatte ich kein glückliches Händchen. Die Sonne stand sehr ungünstig. Im Nachhinein bemerkte ich erst, dass die meisten Fotos nicht meinen Vorstellungen entsprachen, so dass ich nur dieses eine zeigen kann.

Ich verlasse den Öxarárfoss und begebe mich in die Tiefebene mit den Spalten, Gräben und Furchen. Eine interessante Landschaft. Die sogenannten Silfra-Spalten sind mit Wasser gefüllt; sogar Schnorcheln und Tauchen ist in den glasklaren, aber kalten Wasser möglich.

Nach einem Spaziergang über das Þingvellir-Gelände, bei dem es auch an der Þingvallakirkja vorbeiging, verlasse ich zufrieden Þingvellir.

Hier noch einige Fotos von der näheren Umgebung von Þingvellir. Die ganze Landschaft ist kilometerweit aufgebrochen und mit Spalten durchzogen. Für den Wanderer bedeutet es, besonders vorsichtig zu sein und nicht die vorgegebenen Wege zu verlassen. Ein Sturz in eine solche Spalte, die manchmal nicht zu sehen ist, kann böse Folgen haben.

Mit diesen fantastischen Eindrücken trete ich den Rückweg nach Reykjavík an. Um den langen Tag so richtig auszunutzen, streifte ich abends noch durch Reykjavík. Zur "Goldenen Tour" der Reisebusse gehört nach meinem Verständnis noch der Kerið-Krater und Punkte auf der Reykjanes-Halbinsel (u.a. Blaue Lagune, Krýsuvík-Geothermalgebiet). Diese Stationen hole ich an anderen Tagen nach. Ich habe viel Zeit im Hochland verbracht; bereue es aber nicht.

hier sind die Fotos entstanden:

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