Strokkur-Geysir

Der erste richtige Zwischenhalt an diesem Tag ist das geothermisch aktive Gebiet Haukadalur mit dem aktiven Geysir "Strokkur". Ich wollte so früh wie möglich an diesem Ort sein, da die Besucherzahl für meine Fotoaufnahmen nicht all zu hoch sein sollte. Um dieses Ziel erreichen zu können, fahre ich zunächst an Þingvellir vorbei. Mein Plan ging auf: am Strokkur angekommen standen nur wenige Gleichgesinnte am Geysir, um dessen Aktivitäten in Ruhe und ohne störende Einflüsse fotografieren zu können. Doch dazu später. Zunächst einige Fotos von der reizvollen Landschaft, in der sich der Strokkur befindet.

Auf dem Weg zum Strokkur durchschreitet man einen (abgesperrten) Bereich, in dem es brodelt, raucht und dampft. Man bekommt bereits hier eine Vorahnung, welche Kräfte im Erdinnern unter unseren Füßen wirken müssen.

Die wahren Kräfte demonstriert jedoch der sehr aktive Strokkur-Gesyir. Ca. alle 5 bis 10 Minuten stößt er eine heiße Wasserfontaine in den Himmel. Vor dem Ausbruch bildet sich im Wassertopf eine farbenprächtige Wasserglocke. Den bevorstehenden Ausbruch täuscht er jedoch meistens geschickt an, so dass viele Fotografen schon weit vor dem Ausbruch den Serienauslöser ihrer Kameras betätigen, obwohl der Strokkur noch gar nicht bereit für seinen Dampfausstoß ist.

Hier in Bildern die Abfolge eines Ausbruchs: das im Becken befindliche Wasser erhitzt sich durch die vorhandene Erdwärme im Erdinnern - die Wassertemperatur steigt - das Wasser dehnt sich aus und Blasen entstehen - im Topf schwankt erkennbar der Wasserstand - ein möglicher Ausbruch wird durch Hochschwappen des Wassers angetäuscht - der Wasserstand senkt sich letztmalig, um dann als Wasserglocke aus der Öffnung hervorzutreten - die Wasserglocke bricht explosionsartig auf - eine mehr als 20 Meter hohe Dampfsäule steigt auf und bricht schließlich in sich zusammen - das Wasser sammelt sich wieder im Topf; und das Spiel beginnt von vorne.

Nachfolgend eine Fotostrecke mit einer Ausbruchsequenz. Um die weiße Dampfsäule besser sehen zu können, habe ich zur Kontrastverstärkung einen Pol-Filter benutzt, der den blauen Himmel abdunkelt.

Interessant sich auch Aufnahmen der Dampfsäule im Gegenlicht:

Doch vorsicht: nie hinter die Absperrung treten und immer die Windrichtung beachten, damit man nicht vom heißen Wasser übergossen wird.

Vom Strokkur den Hang aufwärts gehend trifft man auf weitere Thermalfelder. Leuchtend blaue Wassertöpfe geben interessante Fotomotive ab.

Nicht weit entfernt von dieser Stelle treffe ich auf den Ur-Geysir, der auch weltweiter Namensgeber für alle Heißwasserfontainen ist. Dieser Geysir ist leider nicht mehr aktiv.

Meine Entscheidung, frühzeit am Strokkur zu sein, fand ich goldrichtig. Als ich das Thermalgebiet verlasse und in Richtung Parkplatz gehe, kommen mir die ersten Reisebusse entgegen. Ich möchte nicht wissen, ob störungsfreie Aufnahmen jetzt noch möglich gewesen wären.

Die Fotos sind hier entstanden:

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